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Ich frage mich, ob ich die Kellnerin nicht von der Kulturgeschichtsvorlesung kenne und ob der cholerische Typ, der mich wegen Falschblinkens auf dem Parkplatz zusammengeschrieen hat vielleicht mein neuer Professor ist.
Diese Stadt ist klein, viel zu klein und es hat sich nicht viel verändert. Aus der Baustelle vor meinem Fenster ist ein Haus geworden, Fenster bis zum Boden und der perfekte Einblick ins Wohnzimmer. In meiner WG-Küche haben sich die Ritzen in den letzten acht Monaten mit Schimmel gefüllt, während die Pflanzen vertrocknet sind, der Staubsauer ist nach wie vor kaputt. In der Unimensa gibt es immer noch jeden Abend Erbsen und Pommes, aber die Essenspläne haben jetzt ein neues Layout.
Zurückkommen ist schön, weil einfach und anstrengend, weil Wiederholung so ermüdend ist. Ich habe wieder ein eigenes Zimmer und kann lesen, was auf dem Essen im Supermarkt steht, ich fürchte im Straßenverkehr nicht alle zwei Minuten um mein Leben und jeder Tag hat einen Stundenplan.
Der Wüstensand ist fast aus meinen Kleidern verschwunden, der Schlafsack verstaut und die letzten Datteln aufgegessen. Nach einer Woche grauer Kleinstadtkälte packt mich schon wieder das Reisefieber und der Wunsch, jeden Tag woanders aufzuwachen. In den letzten drei Monaten habe ich mehr erlebt, als in meinen Kopf passt, Schönes, Erstaunliches und Furchtbares. Ich habe viele nationale und eigene Grenzen überschritten und Dinge getan, von denen ich nicht wusste, dass ich den Mut dazu habe. Reiseberichte werden folgen.